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057

RAIFFEISEN-LANDESBANK

STEIERMARK 2014

GESCHÄFTSBERICHT 2014

I.1. Wirtschaftliches Umfeld und

Geschäftsverlauf

Insgesamt dürfte die Weltwirtschaft 2014 weiterhin mäßig und in

den einzelnen Regionen sehr differenziert gewachsen sein. Die

Wachstumsimpulse gehen vorwiegend von einigen wenigen

Industrieländern aus (vor allem USA), während sich die wirtschaftli-

che Expansion in den Schwellenländern verlangsamte (von 4,7 %

auf 4,4 % laut IWF). Am Ende des Jahres füllten die Begriffe Deflati-

onsrisiko, Ölpreisverfall und geopolitische Spannungen die Schlag-

zeilen. Dies erläutert, dass die Risiken eines schon schwachen

Aufschwungs zugenommen haben.

Eines der überraschenden Themen 2014 war der massive Ölpreis-

verfall von über 50 % im zweiten Halbjahr, der aus einem ständig

steigenden Rohstoff-Angebot resultierte. Einerseits ist dies ein

positiver Antrieb für das globale Wachstum, andererseits sind

dadurch die produzierenden Länder (vor allem Schwellenländer)

negativ betroffen. Am stärksten wirkt sich dieser Effekt – verschärft

durch geopolitische Spannungen – auf Russland aus: Die Wachs-

tumsaussichten verschlechterten sich und die Währung hat im

Vorjahr rund 40 % an Wert eingebüßt.

Im Gegensatz dazu hat die chinesische Wirtschaft nur langsam an

Dynamik verloren, was in einem BIP-Wachstum von 7,4 % in 2014

(laut IWF) nach 7,8 % in 2013 resultiert. Die Gefahr einer „harten

Landung“ hat sich nicht bestätigt. China ist auf einem längeren Weg

der gradualen Verlangsamung und Stabilisierung seiner Wirtschaft.

Unter den größten Industrieländern hat sich die reale Wertschöp-

fung im Jahr 2014 in den USA mit einem BIP-Wachstum von 2,5 %

sehr günstig entwickelt. Die Arbeitslosenquote erreichte am Ende

des Jahres 5,6 %, was einer 4-Prozentpunkte Reduktion innerhalb

von vier Jahren entspricht. Die Konsumnachfrage bleibt stabil,

während sich die Investitionstätigkeiten der Unternehmen verbes-

serten. Auf Basis dieser Tatsachen beendete die Federal Reserve

ihr Anleihenankaufprogramm, was ein erster Schritt in Richtung

Normalisierung der Geldpolitik ist.

Im Euro-Raum verlor die Konjunktur – nach zuerst positiven Signa-

len – im Sommer 2014 an Schwung. Dabei konzentrierten sich die

negativen Meldungen auf die Kernländer, während die besonders

von der Krise betroffenen Peripherieländer eine günstige Entwick-

lung verzeichneten. Das reale BIP blieb unter 1 %. Folglich zeigte

die Arbeitslosenquote (standardisiert) mit 11,5 % keine positiven

Tendenzen. Zudem sorgte die niedrige Inflationsrate immer wieder

für Deflationsängste, wogegen die EZB mit neuerlichen Leitzinssen-

kungen (auf ein historisches Rekordtief von 0,05 %) und weiteren

unkonventionellen Maßnahmen ankämpfte. Unter anderem führte

diese Maßnahme dazu, dass der Euro abwertete und das Jahr 2014

mit einem Verlust zum Dollar von 12 %, das größte Jahresminus seit

2005 verzeichnete. Die EZB-Politik des günstigen Geldes zeigte in

der Realwirtschaft allerdings noch kaum Wirkung und birgt zudem

das Risiko, dass wichtige Reformen und der Abbau der Schulden-

last nicht in der gebotenen Konsequenz umgesetzt werden. Gegen

Jahresende flammten auch erneut politische Unsicherheiten in

Griechenland auf, die sich Anfang 2015 fortsetzen sollten.

Zuletzt mehrten sich die Risiken, dass sich Europa in Richtung

japanischer Verhältnisse (Deflation, Stagnation, hoher Verschul-

dungsgrad) entwickeln könnte. Umso wichtiger sind daher alle

monetären Maßnahmen und fiskalen Reformen, um diese Szenarien

zu vermeiden.

Die Konjunktur in Österreich verlor – nach einer lebhaften Entwick-

lung gegen Ende 2013 – im zweiten und dritten Quartal 2014 erheb-

I.BERICHT ÜBER DEN

GESCHÄFTSVERLAUF UND

DIE WIRTSCHAFTLICHE

LAGE