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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2017
reagierte im November mit einer Anhebung der Leitzinsen um 25
Basispunkte auf 0,5 %.
In den EU-Mitgliedsstaaten Zentral-, Ost- und Südeuropas setzte
sich eine starke wirtschaftliche Entwicklung fort. Das durchschnitt-
liche Wachstum in der Region wird auf 4 % bis 4,3 % geschätzt.
Mit einer Wachstumsprognose von 5,7 % sticht dabei besonders
Rumänien hervor. Die durchschnittliche Inflation in Zentral-, Ost-
und Südeuropa lag im Oktober bei 1,9 %. Deutlich angestiegen ist
die Inflation in Rumänien. Sie kam zuletzt bei 2 % zu liegen.
Die Europäische Zentralbank hat angesichts niedriger Inflationszah-
len die Leitzinsen 2017 nicht erhöht. Im Oktober hat sie aber ent-
schieden, ihr Anleiheankaufprogramm ab Jänner 2018 von monat-
lich 60 Mrd. EUR. auf 30 Mrd. EUR. zu reduzieren. Das Programm
wurde vorerst bis September 2018 verlängert. Die Europäische
Zentralbank behielt sich aber vor, gegebenenfalls das Programm
auszuweiten beziehungsweise wieder zu erhöhen.
Aktien- und Rentenmärkte
Auch 2017 setzten die Aktienmärkte den positiven Trend fort. Die
US Indizes (Dow Jones +25 %, S&P +19 %) erreichten All Time
Highs. Geschlagen wurden die US-amerikanischen Indizes nur vom
Hongkonger Hang Seng Index, der überragende 36 % zulegen
konnte. Auch der Nikkei 225 entwickelte sich mit 19 % vergleichs-
weise stark. Die Märkte in Europa konnten in dieser Größenordnung
zwar nicht mithalten, lieferten jedoch auch ein beachtliches Ergeb-
nis: Der DAX legte knapp 13 %, der französische CAC 40 9 % und
der EURO STOXX 50 knapp 8 % zu.
Am Anleihenmarkt kletterten die Renditen von zehnjährigen deut-
schen Bundesanleihen nach mehreren Anstiegen und darauffol-
genden Rücksetzern letztendlich von 0,21 % auf 0,43 %. Mitte des
Jahres erreichten die Renditen kurzfristig sogar die 0,6 % Marke.
Die Renditen der zehnjährigen US-Treasurys schlossen hingegen
das Jahr mit stark volatilen Bewegungen in etwa auf dem Jahresan-
fangsniveau bei 2,41 % ab: So stiegen die zehnjährigen US-
Treasury-Renditen Mitte März auf knapp 2,63 % und erreichten
dann im September den Jahrestiefststand bei rund 2,04 %.
Rohstoffe und Währungen
Das Jahr 2017 war vor allem von der US-Dollar-Schwäche geprägt.
Im Vergleich zu den führenden Währungen hat sich der Wert des
US-Dollars um knapp 10 % reduziert. Andererseits präsentierte
sich der Euro robust, der gegenüber dem US-Dollar um 14 %, dem
japanischen Yen um 10 % und dem britischen Pfund um 4 %
deutlich stärker wurde.
Der Ölpreis gab im ersten Halbjahr zunächst von knapp 57 USD auf
45 USD pro Barrel nach, um dann im zweiten Halbjahr auf 67 USD
pro Barrel zu steigen. Gegenüber dem Euro bewegte sich der
Ölpreis auf Jahressicht kaum. Ähnlich verhielt es sich beim Gold,
das in US-Dollar 13,5 % zulegen konnte, aber in Euro kaum eine
Bewegung zeigte.
Österreich
Besonders positiv entwickelte sich die Wirtschaft in Österreich:
Nach 1,5 % im Jahr 2016 wuchs sie 2017 mit 2,9 % außergewöhn-
lich stark. Eine derartig hohe Wachstumsrate hat es zuletzt in den
Hochkonjunkturjahren 2006 und 2007 gegeben. Auch die Inflation
ist mit 2,2 % deutlich höher als in den vergangenen Jahren. Die
Arbeitslosenquote lag zuletzt bei 5,4 % (Quelle: Eurostat).
Die Profitabilität der österreichischen Banken verbesserte sich 2017.
So konnte das Periodenergebnis der österreichischen Banken im
ersten Halbjahr 2017 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vor-
jahres um 16 % auf 3,4 Mrd. Euro gesteigert werden. Treiber hierfür
waren besonders der Anstieg des Provisionsergebnisses, aber
auch die gesunkenen Kreditrisikovorsorgen. Die konsolidierte Kapi-
talausstattung wurde weiter verbessert und lag im März 2017 über
dem europäischen Durchschnitt.
Im Bundesland Steiermark wuchs die Wirtschaft 2017 mit 0,9 %
und lag damit etwas unter dem österreichischen Durchschnitt. Der
Arbeitsmarkt entwickelte sich hingegen im Bundesländervergleich
besonders gut. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition
verringerte sich um 0,9 % auf 7,3 % (Quelle: AMS). Erwähnenswert
ist auch die Forschungs- und Entwicklungsquote von rund 5,16 %.
Damit ist die Steiermark nicht nur österreichweit Spitzenreiter, son-
dern auch europaweit. Erfreulich ist zudem, dass die Steiermark
bundesweit das größte Minus bei den Firmenkonkursen aufweist.
So sind die Firmenpleiten um genau 13,51 % zurückgegangen.
Auch die betroffenen Gesamtpassiva haben sich von 565 Mio. EUR
auf 368 Mio. EUR reduziert und die Zahl der gefährdeten Arbeits-
plätze ist um gut ein Drittel – von 3.269 auf 2.034 – zurückgegangen
(Quelle: Kreditschutzverein KSV).
Die erfreulichen Konjunkturdaten sind für die RLB Steiermark ein
guter Nährboden für nachhaltiges Wachstum. Dennoch bleibt der
Ertrags- und Kostendruck hoch. Die Gründe liegen einerseits mar-
genbedingt im Kreditgeschäft – aufgrund des anhaltenden Niedrig-
zinsniveaus bei gleichzeitig hohem Wettbewerb –, andererseits in
regulatorischen Herausforderungen und einzelnen gesetzlichen
Entscheidungen. So hat der Oberste Gerichtshof (OGH) bis Sep-
tember 2017 mehrere Urteile veröffentlicht, wonach bei Krediten mit
variablem Zinssatz negative Zinsindikatoren an Verbraucher weiter-
zugeben sind (bezüglich weiterer Details siehe die Anhangangaben
zu Punkt C. 16). Auch das veränderte Kundenverhalten und neue
Mitbewerber – verstärkt durch die Digitalisierung – sowie der Zuzug
der Menschen in Ballungszentren stellen Herausforderungen dar,
auf die durch neue Strategien und Konzepte reagiert werden muss.
Die RLB Steiermark agiert in diesem herausfordernden Umfeld
umfassend. Sie hat in den strategischen Leitsätzen die Fokussie-
rung auf die Geschäftsfelder Firmenkunden, Privatkunden, Raiffei-